Ich präsentiere dir kleine Ausschnitte aus meinen Büchern und Texten – ein Blick durchs Schlüsselloch in meine Geschichten. Ich schreibe vor allem Kurzgeschichten, bin aber auch an einem Krimi mit einer Gruppe älterer selbsternannter Detektive dran und habe auch Gedichte parat.
Hier auf dieser Seite führe ich dich ein bisschen in meine Art zu schreiben ein.
Was dich hier erwartet
- Cosy Crime / Engelntorf
- Kurzkrimis
- Gedichte
Schnipsel aus Wasserfrau-Kurzgeschichten – noch unveröffentlicht
Besuch einer Außerirdischen
Sie stand am See, als hätte man sie dort abgestellt. Barfuß.
Die Schuhe ordentlich nebeneinander im Gras, als gehörten sie nicht mehr zu ihr.
Sie trug ein Kleid, das zu sauber war für diesen Ort, und sah ins Wasser, als wäre es eine Frage. Zuerst dachte ich, sie sei neu hier. Das passiert ja öfter. Im Sommer kommen sie alle. Mit anderen Sprachen, anderen Handtüchern, anderen Gewohnheiten. Aber sie war anders. Nicht nur schön, das wäre zu einfach und auch erklärbar gewesen,sondern auf eine Art still, die man nicht einordnen konnte. Als würde sie warten, dass etwas geschieht, das nur sie verstand.
„Geht sie nicht rein?“, fragte jemand hinter mir. Ich schüttelte den Kopf. Sie stand schon eine ganze Weile so da und bewegte sich nicht. Beobachtete nur.
„Vielleicht kann sie nicht schwimmen.“
„Oder sie will nicht.“
„Oder sie darf nicht“, sagte eine dritte Stimme. Das klang sofort verdächtig.Ich sah wieder zu ihr hinüber.
Sie hatte die Hand ein wenig ausgestreckt, als wolle sie das Wasser berühren, zog sie aber gleich wieder zurück.
Schnell, fast erschrocken. Als hätte sie sich daran erinnert, dass man das nicht tat. „Sie darf nicht“, sagte die Frau mit dem Strohhut, als hätte sie das geprüft. „In manchen Ländern ist das so.“
„Welche denn?“, fragte ich. Sie zuckte mit den Schultern.
„Na, da unten eben.“ Das reichte. Ein Mann mit Sonnenbrand nickte sofort.
„Hab ich auch schon gehört. Die dürfen vieles nicht.“
„Was denn?“
„Na ja… alles Mögliche.“
Das klang überzeugend. Ich sah wieder zu der Frau am See. Sie stand immer noch da.
Unbeweglich.Fast würdevoll.
„Vielleicht ist sie krank“, flüsterte jemand.
„Man weiß ja nie, was die mitbringen.“
„Oder sie beobachtet uns“, sagte ein anderer.
„Die sammeln doch Daten.“ Jetzt wurde es interessant.
„Für wen denn?“
Er sah mich an, als hätte ich etwas sehr Naives gefragt.
„Na für die da oben.“
Ich folgte seinem Blick in den Himmel. Es war wolkenlos. Die Frau am See hob den Kopf, als hätte sie das auch gehört. Für einen Moment dachte ich, sie lächelt.
„Komisch“, sagte jemand.
„Wer hat denn Angst vor Wasser?“
Ich überlegte kurz. Dann kam mir ein ganz anderer Gedanke. Vielleicht hatte sie keine Angst vor dem Wasser. Vielleicht hatte sie Angst vor uns. „Sie darf nicht“, wiederholte die Frau mit dem Strohhut.
Die Frau am See hob den Kopf, als hätte sie das auch gehört.
Für einen Moment dachte ich, sie lächelt. Ich hatte eigentlich gar keine Zeit für so etwas.
Mein Handy vibrierte zum dritten Mal in meiner Tasche.
Eine Nachricht von der Arbeit. „Kannst du noch mal kurz…“
Nein, konnte ich nicht. Ich konnte schon lange nicht mehr nur kurz.Ich wollte nur ei nmal an den See.
Sitzen. Nichts hören. Nichts beantworten. Nicht gebraucht werden. Und jetzt stand da diese Frau.Im Weg.
Als hätte sie beschlossen, genau an dieser Stelle stillzustehen und die Welt aufzuhalten.
Die Sonne im Gesicht, die Augen halb geschlossen, als wäre alles in Ordnung.
Hatte die keine Termine?
Keine Nachrichten?
Keine Probleme?
„Sie darf nicht“, sagte die Frau mit dem Strohhut wieder.
Ich seufzte.

Schnipsel aus Engelntorf – noch unveröffentlicht
Engelntorf gibt es nicht, darum habe ich es für dich erfunden. In diesem Krimi geht es cosy zu. Das Buch ist noch nicht erschienen aber im Lektorat.
Aus Kapitel 6
Mary stellte das Fahrrad vor dem Café »Irina« ab. Mit zittrigen Händen holte sie das Fahrradschloss aus der Handtasche, wickelte es um den Hinterreifen und klickte es zu. Sie warf einen nervösen Blick auf die Armbanduhr. Irina wartete sicher schon auf sie.
Im Außenbereich des Cafés saßen erste mutige Gäste in dicken bunten Jacken auf Plastikstühlen. Drinnen reichte Irina Tabletts mit Kännchen und Kuchen über den Tresen. »Gut, dass du da bist, Mary.«
Mary merkte ihrer Chefin nie an, ob sie gerade enttäuscht, böse oder traurig war. Irina war stets ausgeglichen und fröhlich.
»Aber mach langsam. Ich habe die Torten fertig.«
Mary nickte und ließ ihre Arme schlaff herunterhängen. Natürlich, Irinas berühmte Friesentorten. Eigentlich hätte sie noch viel früher hier sein müssen, um die Torten anzuschneiden.
»So schlimm ist das nicht, wir schaffen das schon.« Irina reichte erneut ein Tablett mit einem Kännchen Tee über den Tresen, sagte dann zu Mary: »Was ist denn los, so kenne ich dich gar nicht.«
Mary setzte ihre Brille ab, wischte sich verstohlen über die Augen. »Du wirst es nicht glauben. Ich…«
Diese Geschichte gibt es noch nicht zu kaufen. Wenn du meine Webseite öfter besuchst, erfährst du mehr.

Schnipsel aus „Die glühende Stille“
DasTraumhaus
Ich wusste, dass es nicht einfach werden würde. Meine Frau Kira wollte ein Traumhaus – kein Neubau, sondern ein altes, mit Geschichte und Herz. Raus aus der Stadt, rein ins Grüne. »Ein bisschen verwunschen darf es schon sein«, sagte sie beim ersten Besichtigungstermin und streichelte die rissige Fensterbank, als gäbe sie ihr ein Versprechen für die gemeinsame Zukunft. »Und ein Kinderzimmer brauchen wir auch.« Wir haben keine Kinder. Sie zwinkerte mir zu und sagte: »Irgendwann.«
Die glühende Stille-kleine Mordsgeschichten, erschienen 2025 bei epubli

Schnipsel aus “ Ein sensibles Grad am Morgen“
Aus lauter Liebe
Ich koche
Ich wasche
Ich bügle
Ich kaufe ein
Aus lauter Liebe

Ein sensibles Grad am Morgen-Gedichte ist als E-Book August 25 bei Amazon erschienen, am 30.09.2025 bei epubli

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